Wir lernen Karen und Filipe mit ihrer SY MISTRALIS kennen. Die beiden jungen Brasilianer haben viele gleiche Interessen. Nach dem ersten Abend beschliessen wir, am nächsten Tag eine kleine Fahrradtour nach Ponta do Souza zu unternehmen.
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Gemeinsam mit Elise und Bruno von der SY Lakatao wollen wir den naheliegenden Hügel von Marogojipe erkunden und freuen uns schon auf die Aussicht. Als wir uns dem Städtchen nähern bemerken wir, dass das Fest vom letzten Abend immer noch voll im Gang ist. Von überall tönt Sambamusik und die Leute sind in guter Stimmung.
Wir ändern unsere Richtung und wollen zuerst zum Kirchplatz. Unglaublich eine riesen Menschenmasse ist am Feiern, Tanzen und in ausglassener Stimmung. Wir geniessen das Treiben und schlendern langsam durch die Festlichkeiten. Bestaunen den kleinen Markt und finden an jeder Ecke etwas was unsere Aufmerksamkeit erregt.
Trotzdem steigen wir die schmale Strasse hoch zu einer kleinen Kirche mit toller Aussicht. Von hier hat man wirklich einen weiten Blick über die Landschaft und es fällt uns auf, wie riesig die Mangrovenflächen am Fluss entlang sind.
Nach dieser entspannenden Ruhepause wollen wir in der nahe gelegen Bar unseren Durst löschen. Auch hier oben sind alle in guter Stimmung und machen sich bereit, um ebenfalls in die Stadt runter zum Fest zu gehen. Der Wirt offeriert uns Vieren einen Teller mit Reis-, Fleisch- und Gemüseeintopf.
Wieder im Getümmel geniessen wir noch einen Fleisch- oder Käsespiess vom Grill und natürlich dazu einen leckeren Caipirinha. Wir lassen uns von der tollen Stimmung anstecken und tanzen und feiern mit den Brasilianern. Langsam schlendern wir wieder vom Zentrum weg in Richtung Fluss. Unterwegs treffen wir eine Gruppe (Karnevalclub), welche extra von Salvador angereist ist und feiern mit denen in einer urchigen Bar weiter. Es freut uns, wie die Leute offen sind und uns „Gringos“ akzeptieren und mit einbeziehen.
Mit vielen unvergesslichen Eindrücken und Erinnerungen kehren wir wieder zu unseren beiden Schiffen zurück.
185 Segelschiffe haben sich an die 42. Regatta Aratu – Maragojipe angemeldet. Auch die traditionellen Holzboote, die Saveiros sind dabei. Dies ist eine der grösseren Regatta Brasiliens und wird in der Bucht Todos os Santos von Salvador ausgetragen. Es gibt für den Start drei Gruppen. Die Startlinie ist im Kanal von Aratu, das Ziel in Maragojipe. Zu segeln sind etwa 30 sm.
Neivha und Marco nehmen mit ihrer SY REDSEA einer Trinidad 37, welche eine eigene Klasse ist, teil. Marco kennt die Wind- und Strömungsbedingungen der Bucht schon seit seiner Jugend und hat schon an etlichen Regatten teilgenommen.
Freitagabend findet im Iate Club Aratu die Begrüssungsparty statt. Wir werden von zwei wunderschön, in traditioneller Tracht eingekleideten Frauen empfangen und mit den Glücksbändeln von Bonfim beschenkt.
Es gibt gratis Bier und dazu feine Häppchen. Die Livemusik sorgt für gute Stimmung. Beim Skipperbriefing erhält der Skipper noch T-Shirts für sich und seine Crew, welche zugleich in Maragojipe als Eintrittskarte zur Rangverkündigung mit Essen gelten.
Am Samstagmorgen um 6.00 Uhr ist tagwache. Wir werden mit einem schönen Regenbogen begrüsst.
Nach einem ausgiebigen Frühstück warten wir auf den Rest der Crew. Die zwei jungen Brasilianer kommen mit einer halben Stunde Verspätung an und haben Glück, dass wir nicht schon die Leinen gelöst haben. Los geht’s in Richtung Aratu. Den ganzen Beitrag lesen »
So toll der Ankerplatz und die Insel Itaparica ist, jetzt wollen wir los. Wir segeln nach Maragojipe, da hier ein grosses Fest und auch das Ziel der Regatta Aratu – Maragojipe sein wird. Wir sind nämlich eingeladen mit der SY REDSEA mit Marco und Neivha an dieser Regatta teilzunehmen.
Wir erleben eine tolle Rauschfahrt. Die etwa 24 sm legen wir in etwas mehr als 3 h zurück. Wir haben 20 – 25 kn Wind und rauschen mit 7 -8 kn unserem Ziel entgegen. Mit 8.5 kn Fahrt geht’s in die Flussmündung hinein und – plötzlich ist alles ruhig! Keine Welle mehr, wenig Wind doch die Strömung schiebt uns weiter schnell den Rio Paraguacu hinauf.
Doch müssen wir uns echt Mühe geben, damit die grossen Saveiros uns nicht überholen.
Am Freitag reisen wir mit einem Sammeltaxi nach Salvador. Wir dürfen am Abend Neivha und Marco zur Party im Iate Club in Aratu begleiten und anschliessend auf der REDSEA übernachten, damit wir am Morgen früh von Ribeira zum Regattastart nach Aratu fahren können.
Zu viert mit Marcel und Christa wollen wir mit dem Bus an die Südspitze von Itaparica. Mit einem kleinen Bus geht es erst zum Rodaviaria (Busbahnhof) wo alle Buse zum Umsteigen warten. Für 5 RS (2.50 CHF) fahren wir die etwa 40 km lange Strecke bis nach Cacho Pregos. Im Preis ist „Adventure“ inbegriffen. Der Busfahrer fährt abseits der Hauptstrasse um eine Familie mit ganz viel Gepäck (wahrscheinlich wird der Bus als Zügelwagen verwendet) zu ihren Haus zu bringen. Kurz vor dem Ziel hat es auf der Naturpiste richtig grosse Sandlöcher – und schon kommt der Bus nicht mehr weiter.
Die Familie steigt aus und transportiert ihr Gepäck zu Fuss zum Haus. Die beiden Männer kommen dann zurück um mitzuhelfen den Bus wieder fahrtüchtig zu kriegen. Wir vier sind noch die einzigen Fahrgäste, so helfen wir alle dem Chauffeur die Räder auszugraben und Material unterzulegen um so den Bus frei zu kriegen. Nach einer Stunde vergeblichen Versuchens, marschieren wir zur Hauptstrasse zurück um den nächsten Bus abzupassen, der uns ans Ziel bringen soll.
Hier an der Südspitze hat es einige Dörfer entlang der Strände. Es ist nicht viel los, den im Moment ist es Winter hier und die vielen Touristen bleiben fern.
In Cacho Pregos, in einem Seitenfluss liegt der kleine Fischer- und Touristenhafen, wunderschön bemalten und gepflegten Holzschiffen.
Grosse Flächen der Insel sind nicht zugänglich, sie ist sehr bewaldet und tropisch grün. Die Busfahrt hat sich gelohnt, nun kennen wir die Insel schon recht gut.
Neivha und Marco laden uns zur 1.Augustfeiern ins Schweizer-Haus in Salvador ein. Wegen Abwesenheit des Konsuls wurde das Datum auf den 6. August verschoben.
Wir lassen unser Schiff bei Itaparica vor Anker und fahren mit Bus und Fähre nach Salvador. Wir dürfen bei Neivha und Marco übernachten.
Gemeinsam fahren wir zum Schweizerhaus, der Garten ist mit Ballons, Fahnen und Lampions geschmückt, natürlich in den Farben Rot Weiss. Wir werden vielen interessanten Leuten vorgestellt und erfahren die Geschichte der Auswanderer.
Kulinarisch gibt es ein richtiges Schweizerbuffet mit Wurst, Kartoffelsalat und Sauerkraut. Wir geniessen vor allem die Grillwürste, das gab’s schon lange nicht mehr an Bord der Whisper. Viele Wähen und Kuchen wurden nach altem Schweizer Rezept mit viel Liebe gebacken und mitgebracht.
Natürlich wird die Nationalhymne gespielt und dabei kräftig mitgesungen. Die Kinder machen mit ihren bunten Lampions einen Umzug und versammeln sich um das Augustfeuer, welches nach brasilianischer Art aufgeschichtet wurde.
Nach dem traditionellen Fest führen uns Neivha und Marco noch ins Quartier Rio Vermellho, wo die ganze Nacht immer was los ist. Wir geniessen einen letzten Drink auf dem grossen Platz und schauen dem fröhlichen Treiben zu.
Den Schweizer Nationaltag feiern wir auf dem Schweizer Schiff Deception. Marcel und Christa haben uns zu einem feinen Fondue Chinoise eingeladen. Mhh, das haben wir schon lange nicht mehr gegessen! Ihr Cockpit ist geschmückt mit Lampions und wir verbringen einen gemütlichen Abend mit exzellentem Essen.





