Viele Frauen waschen hier im Dorf ihre Wäsche auf traditionelle Weise am „fonte do mar“. Elaine lädt mich ein sie zu begleiten. Ich bin gespannt und zugleich sehr froh, meine angestaute schmutzige Wäsche sauber zu kriegen.
Auf einem Trampelpfad durch eine wunderschöne Gegend kommen wir nach ca. 15 Minuten zur Wasserstelle. In einem knietiefen Wasserloch von ca. 7m Durchmesser sind 3 Holztische aufgestellt. Auf denen wird die Wäsche mit Kernseife eingeseift und mit einer Bürste gestruppt. Danach wird sie im Wasser ausgespült und in einem Eimer aufbewahrt. Dort wird das Pulverwaschmittel zugegeben. Dies ist jedoch nur noch, damit die Wäsche zum Schluss fein duftet. Die Wäsche wird nochmals gespült und da das frische Wasser immer ins Wasserloch nachfliesst und am andern Ende abfliesst funktioniert das super.
So in der freien Natur gefällt es mir die Wäsche zu waschen. Die Frauen haben sich natürlich bei der Arbeit ganz viel zu erzählen und der ganze Dorfklatsch wird durchgenommen.
Zum Schluss lernen wir die Becken mit der nassen Wäsche auf dem Kopf ins Dorf zurück zu tragen. Wir müssen noch üben ohne eine Hand oben am Becken funktioniert es bei uns noch nicht.
Auf dem Schiff spannen wir einige Seile und dank Sonne und Wind trocknet alles schnell.
Elaine war schon mal, zusammen mit ihrer Freundin Simony bei uns auf dem Schiff. Eigentlich möchte jedoch die ganze Familie unser Schiff von innen sehen. Segelyachten kennen sie nur von aussen und sie können es sich kaum vorstellen wie es sich darauf lebt.
Hanspeter zaubert eine wunderbare Lasagne und Elaine, Enrique, Stella, ihre Schwester und ihre Mutter besuchen uns.
Für sie ein Augen- und Gaumenschmaus. Es wird viel gefragt, gelacht und erzählt.
Wir sind eingeladen mit Elaine, deren Mutter und Grossmutter und weiteren Freunden das Grundstück von Walters Facienda zu besichtigen.
Welch eine Überraschung! Walter führt uns durch die Orangenplantage, wo wir vier verschiedene Sorten süsser Orangen kosten können.
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Boipeba ist ein kleines Dorf welches auf der gleichnamigen Insel an der Atlantikküste liegt. Die Wasserstrasse dahin führt durch die Mangroven gesäumten Flussarme, welche jedoch nicht kartographiert sind und eine Fahrt mit unserer Whisper wegen dem Tiefgang nicht zulassen.
Morgens um 8 Uhr sind wir am Bootssteg bereit zur Fahrt nach Boipeba. Es gibt von Cairu keine Kurslinie. Die Speedbootfahrer wollen uns für 150 Real (75 CHF) dorthin fahren. Uns ist dies zu teuer, wir kennen den offiziellen Preis von 25 Real pro Person.
Also ist warten angesagt, jedes Boot wird nach seinem Weg gefragt, doch keiner fährt nach Boipeba. „Ja wir kommen in 20 min. zurück und fahren dann nach Boipeba und nehmen euch mit“, heisst es mehrmals. – Doch zum Schluss haben wir 3 ½ Stunden gewartet, bis uns dann wirklich einer nach Boipeba fährt. 40 min. dauert die Fahrt und unser Fahrer macht eine Extratour durch schmale Wasserarme.
In der familiären Pousada „Pouso da Maré“ http://www.ilhaboipeba.org.br/pousodamare.html finden wir eine traumhaftschöne ruhig gelegene Unterkunft. Vom Bett aus haben wir direkten Ausblick durch den tropischen Garten aufs Meer.
Wir werden herzlich willkommen geheissen. Ausser uns ist noch eine Familie da, welche uns gleich zum gemeinsamen Grillieren am Abend einlädt.
Wir unternehmen lange Spaziergänge durch die Insel und an einsamen Stränden. Hier würden wir gerne länger bleiben. Doch wollen wir unsere Whisper nicht mehr als eine Nacht unbeaufsichtigt lassen.
Am 8. Juli steht die ganze Crew früh auf. Nach einer wunderschönen gemeinsamen Zeit machen sich Livia und Mathias auf die Rückreise. Wir begleiten die beiden mit dem kleinen Speedboot, welches in 10 min. Graçiosa erreicht. Dort steigen wir auf einen Bus um, der über Valença nach Itaparica fährt. Leider müssen wir in Valença schweren Herzens von den beiden Abschied nehmen. Dieses Mal ist es besonders schwer, da ich weiss, dass es lange dauern wird, bis wir die neue Familie in der Schweiz besuchen können.
Mein Herz wird schwer bei dem Gedanken mitte September die Geburt und Babyzeit unseres ersten Enkelkindes nicht miterleben zu können!
Zum Glück sind alle Drei gut in der Schweiz angekommen.
Unsere Räder stehen ja schon längere Zeit am Land und die Leute haben sich an unsere sonderbare Erscheinung gewohnt. Hier kennt man keine Klappräder und viele haben den Eindruck, dass wir mit Kindervelos unterwegs sind.
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Eine Woche nach dem Fest São João wird das nächste Fest gefeiert. São Pedro ist der Schutzpatron der Fischer und Seeleute. Ihm zu Ehren werde alle Boote geschmückt. Die Schiffe von Gamboa treffen ebenfalls wunderschön geschmückt in Galeão ein.
Von der Kirche werden die Statuen des Schutzpatrons und der Schutzheilligen zum Anlegesteg getragen, begleitet mit dem Gesang der Frauen. Dort werden sie in ein geschmücktes Boot getragen und nach Gamboa gefahren. Die Dorfbewohner und wir besteigen ebenfalls ein Schiff. Die Schiffe kreisen umeinander und führen einen richtigen Tanz auf. Die verschiedenen Musiken vermischen sich. Eine wunderschöne „Schiffsprozession“. Wir geniessen die 1 ½ stündige Fahrt. In Gamboa wird gefeiert. Zu verschiedenen Zeiten fahren einem die Schiffe wieder zurück nach Galeão.





