Die Ausfahrt des Bolon ist wiederum voll Spannung, denn wir sind eine Stunde nach Ebbe aufgebrochen um den aufwärtsfliessenden Strom zu nutzten. Der Wind schiebt uns noch leicht von hinten und wir gewöhnen uns ans Flussfahren. Wiederum tauchen Delfine auf und begleiten uns ein Stück. Jedes Mal ein Erlebnis wo man sich kaum sattsehen kann.
Gegen Abend ankern wir am Point St. Georges. Wir haben gehört, dass es hier noch die seltenen, scheuen Manatees (eine Art Seekuh) zu sehen gibt. Wir erkundigen uns im Dorf. Es gibt sie hier wirklich. Man soll sie von einem Aussichtspunkt am Strand bei Ebbe manchmal beobachten können. Leider ist am folgenden Morgen zur Zeit der Ebbe das Wasser wegen des Windes sehr unruhig und viele kleine Schiffe fahren dort ganz nah vorbei. Die Manatee sind ganz scheue Tiere und lassen sich bei diesen Verhältnissen sicher nicht zeigen. So machen wir uns langsam auf die Weiterreise und werden auf dem Rückweg nochmals versuchen die Tiere zu beobachten.
Wiederum begleiten uns Delfine! Juhui!!!
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Unglaublich, wir werden hier um Jahre zurückversetzt. Was wir erleben entspricht um Weites mehr, als in unseren Träumen, welche wir schon lange Zeit von der Casamance haben.
Am Morgen treffen wir uns auf der Papillon bei Walter und Doris. Wir haben grosses Glück und können ihr zusammenfaltbares Beiboot abkaufen. Es ist ein Ferryman, ein neuseeländisches Modell und mit ihnen bereits einmal um die Welt gereist. (Übrigens haben die beiden ein wunderbares Buch über ihre Weltumsegelung geschrieben. Den Horizont ertasten ISBN 3-906581-46-2, ein Leseerlebnis welches zu vielen neuen Gedanken anregt). Das Boot ist ähnlich konstruiert wie das in Europa bekannte Banana-Boot.
Wir nehmen das Boot an Land und stellen es auf, was sehr schnell geht. Schon rudern wir eine Runde und die Dorfjugend will gleich mitfahren. Es lässt sich super rudern! Wir erleben verfrühte Weihnachten und sind happy endlich ein Beiboot mit festem Boden gefunden zu haben. Schon lange waren wir auf der Suche danach. Den ganzen Beitrag lesen »
Morgens um 10 Uhr gehen wir anker auf und motoren durch die Ausfahrt vom Saloum River, welche gut betont ist. Wir haben leichte nördliche Winde und segeln gemütlich der Casamnce entgegen. In der Nacht begegnen uns nur wenige Fischerboote, wir sind erstaunt. Am Morgen fängt Hanspeter einen kleinen Bonito, somit ist unser Nachtessen auch gerettet. Langsam gehen uns die Frischwaren aus.
Um 10 Uhr morgens sind wir vor der Einfahrt der Casamance. Wir sind froh zu wissen, dass die Einfahrt neu betont ist, denn man muss zwischen den Sandbänken, wo sich die Wellen brechen die Durchfahrt finden. Der Anblick dieser sich brechenden Wellen ist beeindruckend. Wenn ich denke wie das früher war, ohne GPS mit genauen Wegpunkten und schlecht betonter Einfahrt, bin ich wieder einmal froh um die neuen Errungenschaften.
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Als wir das Dorf Dionour besuchen, sind viele Sandwege mit Herzmuschelschalen bestreut, wie bei uns die Schotterwege. Neben den Häusern hat es meist einen grossen Muschelberg. Das deutet darauf, dass es hier viele Muscheln gibt.
Wir fragen Mame Mor Senghor, der hier den ankernden Yachten mit vielen Tipps zur Seite steht. Bei der Einfahrt hier in den Fluss haben wir uns nach den Angaben vom Cruising Guide von Steve Jones gehalten. Dieser ist halt schon 13 Jahre alt und die Untiefen in den Flüssen ändern sich immer wieder. Voll sind wir auf einer Sandbank aufgelaufen, kamen zum Glück wieder schnell weg und suchten tieferes Wasser. Mame Mor beobachtete uns und kam sofort mit dem Dingi angefahren um uns in den Fluss zu lotsen. Er ist wirklich sehr hilfsbereit. Er übernimmt auch die Beaufsichtigung von ankernden Yachten, Einkaufsaufträge, Wasserbesorgung, gibt Tipps zum fischen weiter und weiss wirklich vieles.
Für Auskünfte und Lotsendienst kann man ihn per Mail senghormamemor@gmail.com oder per Telefon +221 77 241 50 25 erreichen.
Jedenfalls weiss Mame Mor natürlich wo die Muscheln zu finden sind und wir machen uns auf Muschelsuche. Das Sammelfieber packt uns und wir können fast nicht mehr aufhören.
Bei Ebbe gräbt man mit der Hand etwa 3cm tief im Sand im seichten Wasser und kann so die Muscheln einsammeln.
Das Sammeln war noch die kleinste Arbeit. Am Abend kocht Hanspeter sie im Dampf damit sie sich öffnen und Doris, Walter und Lilian pflücken die Muscheln aus den Schalen. Als Krönung gibt es feine Muschelspaghetti.
Am nächsten Tag geht das Verarbeiten weiter, auf unserem Schiff ist eine kleine Muschelfabrik entstanden. Wir sterilisieren die Muscheln in Gläsern, damit sie länger haltbar sind.
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Morgen geht es dann weiter in mit einem 24-Stunden Törn in die Casamance.
Nach zwei Tagesetappen mit Zwischenhalt in Saly erreichen wir rechtzeitig bei steigender Tide die Einfahrt zum Saloum River. Diese ist etwas trickig, doch gewusst wo und schwupps ist man schon drin.
Nun Ankern wir bei Djifère und warten auf das andere Schweizer Boot Papillon II. Walter musste sich nach seiner Magen-Darmgrippe noch einen Tag länger in Dakar gedulden.
Inzwischen erkunden wir das Fischerdorf Djifère.
Gemeinsam mit Papillon geht’s Flussaufwärts wo wir nach 10 sm in einen kleinen Seitenarm einbiegen. Endlich Natur pur!!! Links und rechts ist der Fluss eingesäumt mit Mangroven, als Musik hören wir die verschiedensten Vogelstimmen. Endlich können wir wieder einmal ein ausgiebiges Bad nehmen. Wir unternehmen eine kleine Dingitour bei Ebbe und sammeln Austern von den Mangrovenwurzeln. Hanspeter zaubert daraus natürlich ein delikates Essen. Der Aufwand war riesig, aber es hat sich gelohnt.
Nach zwei wunderbaren, einsamen, ruhigen Nächten segeln wir anderntags wieder den Fluss runter um in einem Bolong (Seitenarm) der Ile de Guior vor einem Hotel zu ankern. Wir wollen das Dorf Dionouar besuchen. Nach einem halbstündigen Spaziergang durch die sandige Savannenlandschaft mit wunderschönen Tropenbäumen, erreichen wir das hübsche Dorf. Im Gegensatz zu Djifère ist es hier sauber und die Leute sind viel netter und fröhlicher. Vielleicht liegt es daran, dass dies eine Insel und nur per Boot zu erreichen ist. Djifère dagegen vom Land aus per Auto besucht werden kann und somit viel mehr dem Tourismus ausgesetzt ist. Hier in Dionouar gibt es kein einziges Auto. Das Transportmittel ist immer noch der Eselkarren. Man ist um Jahre zurückversetzt.
Viel gibt es auf dem Markt nicht zu kaufen. Über die Festtage, die Moslems feierten das Tabaskifest wo jede Familie ein Schaf schlachtet, haben die Einheimischen wohl alle Nahrungsmittel aufgebraucht. Wir kommen jedoch mit 12 Eiern, 3 grossen Papayas und 3 kleinen, scharfen Paprikas auf unser Schiff zurück. Morgen bringt uns ein einheimischer frisch gefangene Crevetten und macht mit uns einen Ausflug zu einer Muschelbank wo wir Herzmuscheln sammeln können. Wir sind gespannt und freuen uns.
In etwa zwei Tagen geht unsere Reise mit einem Nachttörn weiter in die Casamance. Auf diesen paradiesischen Fluss im Süden Senegals freuen wir uns
schon lange.
Am 3.12. kommt uns unser Sohn Adrian besuchen. Wir können es kaum erwarten!
Vor einer Woche haben wir unsere Whisper ausgewassert um sie gründlich zu reinigen, den Wasserpass höher zu setzten und das Antifouling neu zu streichen. Etwas skeptisch waren wir schon, als wir uns dem immer flacher werdenden Strand nähern. Der „Chariot“ (Wagen) steht im Wasser bereit und Arona, der Verantwortliche ist am Tauchen um zu testen, ob der Wagen in der richtigen Tiefe auf uns wartet. Die Whisper wird mit Tauen am Wagen befestigt und quietschend zieht uns die alte Seilwinde aus dem Wasser an den Strand.
Whou alles geht gut. Wir inspizieren unser Unterwasser und sind erstaunt, dass im unteren Bereich das über 2-jährige Antifouling von der Adria immer noch wirkt. Im oberen Bereich wo das Licht hinkommt hat es starken Muschelbewuchs und der Propeller ist zentimeterdick mit Muscheln überzogen. Da die Ankerbucht hier in Dakar Hann Plage extrem stark durch Abwasser, Müll und Industrieabfälle verseucht ist, konnten wir seit der Westsahara nicht mehr tauchen um den Propeller zu reinigen. Mit diesem Muschelbewuchs machte unsere Maschine nur noch etwa 3.5 kn anstelle von 6 kn Fahrt!!!
Sogleich beginnen Omar mit der Reinigung des Unterwasserbereiches. In den nächsten Tagen setzen wir den Wasserpass um 10 cm höher, das bedingt das Streichen eines Primers und das Malen des neuen roten Wasserpasses. Das Antifouling wird aufgetragen und das Schiff innen und aussen gereinigt und schon geht es wieder ins Wasser.
Wir sind froh, alles hat super geklappt. Das Aus- und Einwassern kostet hier ca. 130.00 CHF. Inkl. 5 Tage auf dem Wagen stehen. Omar ist uns eine super Hilfe gewesen und er selbst ist auch sehr froh einen Job zu haben. Die Leute hier im Club bekommen pro Tag 11.00 CHF und das ist hier in Senegal gar nicht so ein schlechter Lohn. Ein Handwerker verdient hier etwa 160.00 CHF / Monat (ca. 8.00 CHF / Tag)!!!
Nun gibt es noch einiges zu erledigen, dann geht es endlich weiter zur Casamance.
… hat uns hier in Dakar 5 Wochen festgehalten! Sobald wir nicht mehr in Senegal sind,werden wir einen genaueren Bericht veröffentlichen.
Vorerst sind wir an den letzten Vorbereitungen um in die Casamance (Fluss im Süden von Senegal) zu segeln um dort endlich geruhsame, freudige Tage zu erleben. Die Casamance mit ihren Bewohnern den Diola, soll ja noch ein richtiges Paradies geblieben sein.





