Sonntagmorgen um 9.00 Uhr soll im Städtchen eine Pferde- und Ochsenparade stattfinden. Wir stehen früh auf und sind pünktlich um neun am Marktplatz. Alles ist ruhig. Wir trinken erst mal einen Kaffee und erkunden uns. Ja, so gegen Mittag wird der Umzug stattfinden, hören wir. Obwohl schon einige Wochen vorher überall im Dorf Flugblätter mit Programm mit der Zeitangabe auflagen. Das ist Brasilien, man weiss nie genau wann was wo stattfindet!
Wir machen in der Zwischenzeit einen Radausflug. Um 12.00 Uhr sind wir dann zurück und um 15.00 Uhr fängt der Umzug an. Dem Treiben im Vorlauf zuzuschauen hat und mächtig Spass gemacht.
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Als wir mit dem Dingi an den Landesteg fahren wollen um in Maragojipe einzukaufen kamen wir nur 10 m weit. Ein letztes undefinierbarer Laut gab der Motor noch von sich und dann Ruhe… Oh, wir müssen gegen die Strömung zurück. Schnell die Paddel hervor nehmen und zurückpaddeln.
Wir setzen unser Faltboot zusammen. Mit diesem kann man besser rudern. Gegen Wind und Strömung hat man mit Rudern bei einem Schlauchboot keine Chance. So können wir etwas verspätet doch noch auf dem Markt einkaufen.
Hanspeter nimmt die Reparatur des Motors in Angriff, was Zeit und Geduld kostet. Die Getriebestange, welche den Gang einsetzt ist ausgeschlagen. Er muss ein neues Zwischenstück konstruieren, zufeilen und einkleben. Dank seiner Fähigkeit kreative Lösungen zu finden, schafft er dieses Herausvorderung. In Brindisi hat uns dies ein Mechaniker schon mal repariert. Hat nur 2 ½ Jahre gehalten und viel gekostet! Nun hoffen wir, dass Hanspeters Bemühungen länger fruchten. Jedenfalls hat sich der Motor nach der Reparatur und den Wartungsarbeiten nun von der besten Seite gezeigt. Beim Test kam unser Dingi zum ersten Mal ins Gleiten. Wir sind gespannt wie lange es hält. Jedenfalls müssen wir uns nach einem Ersatzmotor umschauen.
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Filipe will mit seiner Ketch Mistralis den Rio Paraguaçu hoch bis nach Santiago do Iguape fahren und lädt uns zu einem Tagesausflug ein. Seekarten gibt es keine und wir fahren gemächlich den Fluss hoch, immer das Echolot im Auge. Als erstes kommen wir am kleinen Dorf São Francisco do Conde vorbei. Ein altes Kloster, gebaut im barocken Stil, trohnt imposant am Flussufer. Nach weiteren 2 sm erreichen wir das Dorf Santiago do Iguape. Auch hier wurde eine prächtige Kirche am Flussufer erbaut.
Im idyllischen Dorf findet man die typischen Häuser der Bahia mit Dorfplatz, kleinen Läden, einem Restaurant wo wir fein gegessen haben, einer Schule und Busverbindungen zu anderen grösseren Orten. Es ist ruhig hier, wenig Autos, die Leute sind freundlich, an vielen Orten legen die Fischersfrauen kleine Fische zum Trocknen auf den flachen Körben an die Sonne.
Der Ankerplatz ist gut, man könnte hier ebenfalls lange Zeit verweilen!
Auf der Rückfahrt kommt Wind auf und wir rauschen mit Wind und Strömung den Fluss hinunter.
Am nächsten Tag heisst es leider Abschied nehmen von Karen und Filipe. Die beiden müssen weiter in Richtung Recife segeln. Sie werden mit Chartergästen an der Regatta Recife – Ilha de Fernando de Noronha teilnehmen.
In den wenigen gemeinsamen Tagen haben wir die beiden ins Herz geschlossen. Wir haben viel gemeinsam unternommen und viele Stunden bei feinem Essen und Caipirinha mit angeregten Gesprächen verbracht.
Maragojipe liegt im Seitenfluss vom Rio Paraguaçu, dem Rio Guai. Wir wollen mit dem Dingi flussaufwärts fahren und sind gespannt, was wir entdecken. Karten von hier findet man keine mehr.
Mit einfliessender Tide machen wir uns mit dem Dingi von Mistralis und unserem Dingimotor auf die Erkundungsreise. Der Fluss ist eingesäumt mit einem grossen Mangrovengürtel (Buschbäume dessen Wurzeln im Salzwasser bestehen können).
Ausser unserem Dingimotor ist alles ruhig und friedlich. Da entdecken wir von weitem einen riesigen Schwarm roter Ibisse. Sofort stellt Hanspeter den Motor ab und wir rudern näher zu den wunderschönen Vögel, welche wir das erste Mal sehen. Wir können uns ziemlich nah heran paddeln, da erheben sich alle auf ein Zeichen, ziehen eine grosse Runde über unsere Köpfe hinweg und lassen sich auf den Mangroven in den hinteren Reihen nieder. Ein wunderschönes Schauspiel!
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Gemeinsam mit Karen und Filipe wollen wir nach Cachoeira. Hanspeter kann sich das Mountainbike von Karen ausleihen und fährt mit Filipe die hügelige Strecke von etwa 25 km. Endlich wieder einmal ein richtiges Bike unter dem Hintern – Hanspeter geniesst es.
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Wir lernen Karen und Filipe mit ihrer SY MISTRALIS kennen. Die beiden jungen Brasilianer haben viele gleiche Interessen. Nach dem ersten Abend beschliessen wir, am nächsten Tag eine kleine Fahrradtour nach Ponta do Souza zu unternehmen.
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Gemeinsam mit Elise und Bruno von der SY Lakatao wollen wir den naheliegenden Hügel von Marogojipe erkunden und freuen uns schon auf die Aussicht. Als wir uns dem Städtchen nähern bemerken wir, dass das Fest vom letzten Abend immer noch voll im Gang ist. Von überall tönt Sambamusik und die Leute sind in guter Stimmung.
Wir ändern unsere Richtung und wollen zuerst zum Kirchplatz. Unglaublich eine riesen Menschenmasse ist am Feiern, Tanzen und in ausglassener Stimmung. Wir geniessen das Treiben und schlendern langsam durch die Festlichkeiten. Bestaunen den kleinen Markt und finden an jeder Ecke etwas was unsere Aufmerksamkeit erregt.
Trotzdem steigen wir die schmale Strasse hoch zu einer kleinen Kirche mit toller Aussicht. Von hier hat man wirklich einen weiten Blick über die Landschaft und es fällt uns auf, wie riesig die Mangrovenflächen am Fluss entlang sind.
Nach dieser entspannenden Ruhepause wollen wir in der nahe gelegen Bar unseren Durst löschen. Auch hier oben sind alle in guter Stimmung und machen sich bereit, um ebenfalls in die Stadt runter zum Fest zu gehen. Der Wirt offeriert uns Vieren einen Teller mit Reis-, Fleisch- und Gemüseeintopf.
Wieder im Getümmel geniessen wir noch einen Fleisch- oder Käsespiess vom Grill und natürlich dazu einen leckeren Caipirinha. Wir lassen uns von der tollen Stimmung anstecken und tanzen und feiern mit den Brasilianern. Langsam schlendern wir wieder vom Zentrum weg in Richtung Fluss. Unterwegs treffen wir eine Gruppe (Karnevalclub), welche extra von Salvador angereist ist und feiern mit denen in einer urchigen Bar weiter. Es freut uns, wie die Leute offen sind und uns „Gringos“ akzeptieren und mit einbeziehen.
Mit vielen unvergesslichen Eindrücken und Erinnerungen kehren wir wieder zu unseren beiden Schiffen zurück.
185 Segelschiffe haben sich an die 42. Regatta Aratu – Maragojipe angemeldet. Auch die traditionellen Holzboote, die Saveiros sind dabei. Dies ist eine der grösseren Regatta Brasiliens und wird in der Bucht Todos os Santos von Salvador ausgetragen. Es gibt für den Start drei Gruppen. Die Startlinie ist im Kanal von Aratu, das Ziel in Maragojipe. Zu segeln sind etwa 30 sm.
Neivha und Marco nehmen mit ihrer SY REDSEA einer Trinidad 37, welche eine eigene Klasse ist, teil. Marco kennt die Wind- und Strömungsbedingungen der Bucht schon seit seiner Jugend und hat schon an etlichen Regatten teilgenommen.
Freitagabend findet im Iate Club Aratu die Begrüssungsparty statt. Wir werden von zwei wunderschön, in traditioneller Tracht eingekleideten Frauen empfangen und mit den Glücksbändeln von Bonfim beschenkt.
Es gibt gratis Bier und dazu feine Häppchen. Die Livemusik sorgt für gute Stimmung. Beim Skipperbriefing erhält der Skipper noch T-Shirts für sich und seine Crew, welche zugleich in Maragojipe als Eintrittskarte zur Rangverkündigung mit Essen gelten.
Am Samstagmorgen um 6.00 Uhr ist tagwache. Wir werden mit einem schönen Regenbogen begrüsst.
Nach einem ausgiebigen Frühstück warten wir auf den Rest der Crew. Die zwei jungen Brasilianer kommen mit einer halben Stunde Verspätung an und haben Glück, dass wir nicht schon die Leinen gelöst haben. Los geht’s in Richtung Aratu. Den ganzen Beitrag lesen »
So toll der Ankerplatz und die Insel Itaparica ist, jetzt wollen wir los. Wir segeln nach Maragojipe, da hier ein grosses Fest und auch das Ziel der Regatta Aratu – Maragojipe sein wird. Wir sind nämlich eingeladen mit der SY REDSEA mit Marco und Neivha an dieser Regatta teilzunehmen.
Wir erleben eine tolle Rauschfahrt. Die etwa 24 sm legen wir in etwas mehr als 3 h zurück. Wir haben 20 – 25 kn Wind und rauschen mit 7 -8 kn unserem Ziel entgegen. Mit 8.5 kn Fahrt geht’s in die Flussmündung hinein und – plötzlich ist alles ruhig! Keine Welle mehr, wenig Wind doch die Strömung schiebt uns weiter schnell den Rio Paraguacu hinauf.
Doch müssen wir uns echt Mühe geben, damit die grossen Saveiros uns nicht überholen.
Am Freitag reisen wir mit einem Sammeltaxi nach Salvador. Wir dürfen am Abend Neivha und Marco zur Party im Iate Club in Aratu begleiten und anschliessend auf der REDSEA übernachten, damit wir am Morgen früh von Ribeira zum Regattastart nach Aratu fahren können.





