Bericht von Peter Schmid

        
Vor 25 Jahren blieben Rosy und ich auf unserer Weltumseglung in der Casamance hängen.
Danach waren wir, wie wir uns ausdrückten, Casamance geschädigt, d.h. wir verglichen jeden neuen Ort mit der Casamance und kaum einer erreicht das Erlebte in Afrika.
Als Lilian und Hanspeter ebenfalls in der Casamance hängen blieben, nutzte ich die Gelegenheit und besuchte 25 Jahre nach unserem Aufenthalt die Casamance. Die beiden brachten mich nach Niomoun, wo sie bereits Adrien aufgespürt hatten, der uns als junger Bursche herumgeführt hatte.

Das Wiedersehen mit ihm und seiner grossen Familie war riesig. Sie erzählten so vieles über uns, dass ich nur grosse Augen machen konnte, denn ich erinnerte mich nicht mehr an alles.


Adrien wollte uns zeigen wie er hier lebt. In der Regenzeit als Reisbauer und in der Trockenzeit als Jäger, Palmweinproduzent und Shop-Betreiber.

Sein Bruder und er nahmen uns mit auf einen Ausflug mit der grossen motorisierten Piroge. Adrien hatte sein Gewehr dabei und stand aufmerksam am Bug. Wir waren verunsichert. Schützt er uns vor Rebellen, die leider immer wieder in der Casamance einfallen oder was macht er? Schliesslich rückte er heraus. Er wollte uns zum Nachtessen ein Krokodil oder wenigstens einen Affen auftischen. Lilians Gebete wurden erhört, die Affen waren schneller als Adrien und das Krokodil schien die kleine Ladung Schrotkügelchen überlebt zu haben. Adrien liess nicht locker und schoss schliesslich doch noch einen feinen Braten.

Immer wieder war ich sprachlos wie wenig sich in den vergangenen 25 Jahren hier verändert hat. Die vielen Fetische nehmen sie zwar nach wie vor ernst, aber die Weissen müssen sich nicht mehr fürchten, dass sie vertrieben werden, wenn sie einem zu nahe kommen. Das war damals anders, wir konnten uns praktisch nur zusammen mit Adrien im Dorf bewegen. So war ich sehr erstaunt, dass es hinter dem Dorf noch einen Flusslauf gab. Soweit kamen wir damals nicht. Ich verbrachte Dank Lilian und Hanspeter und den liebenswürdigen Einheimischen eine sensationelle Zeit in der Casamance. Vielen herzlichen Dank. Peter Schmid